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- Heute ist es nicht mehr zu widerlegen dass einmal eine Person namens
Jesus die Welt unsicher gemacht hat. Doch hat er wirklich kranke Menschen
geheilt, Sünden vergeben, ist er über das Wasser gelaufen und ist er
wirklich wieder auferstanden? Über diese und mehr Fragen streiten sich
nun seit jeher unzählige Theologen.
- Im Mittelpunkt dieses Textes stehen jedoch zwei ganz
zentrale Gestalten der Jesusforschung: Rudolf Bultmann und Heinz Zahrnt.
- Rudolf Bultmann vertritt einen nicht ganz so
wissenschaftlichen Standpunkt. Er behauptet, dass Christen an den Jesus
glauben, wie ihn die Urgemeinde gesehen hat.
- Im Gegensatz dazu geht Zahrnt die Thematik
wissenschaftlicher an. Er unterscheidet zwischen dem historischen Jesus
(vor seinem Tod) und dem, wie ihn die Urgemeinde gesehen hat (Jesus nach
seiner Auferstehung); also der Jesus, wie ihn Bultmann analysiert. Jedoch
sagt Zahnrt dass der Bezug zum historischen Jesus immer gegeben sein muss,
sonst sind die Aussagen in keiner Art und Weise für die Christologie mehr
von Bedeutung.
- Meine persönliche christologische Position ist hier
jedoch nur schwer auszumachen. Zunächst einmal sei festzustellen dass
Zahrnt in seinem Grundgedanken Recht hat. Seine Aussage ist
wissenschaftlich korrekter als die Bultmanns. Bultmann vertritt keinen
einzigen wissenschaftlichen Grundgedanken. Denn es entspricht doch noch
längst nicht der Wahrheit wenn jemand einmal etwas über Jesus
aufgeschrieben hat. Oder glauben heute alle an Außerirdische nur weil
jemand einmal von einem UFO entführt worden sein will und von den
Marsmännchen zu berichten weiß? NEIN!
- Insofern hat Zahrnt vollkommen Recht wenn er sagt
dass nur der Bezug zum historischen Jesus von Belangen ist. Diesen Bezug
versteht er als "Kontinuität" (Z. 18) und als
"geschichtlichen Zusammenhang" (Z. 18). Somit hängen die
Aussagen der Urgemeinde nicht mehr in der Luft. Aber auch hier muss man
sich die Frage stellen: Auch wenn hier der notwendige Bezug gegeben ist,
ist es dann trotzdem der Wahrheit entsprechend?
- Hier können über etliche Jahre hinweg ein Mythos
verbreitet worden sein. Ist Jesus nicht mehr als eine Art Märchengestalt,
die sich die Menschen damals schufen? Leben wir mit einer Lüge und
glauben wir einer Lüge?
- Auch bei Zahrnt endet daher vieles in Spekulation. Es
mag wahr sein, dass dieser Bezug von enormer Bedeutung ist, dennoch kann
dieser Bezug auch die reinste Lüge sein. Ein Hirngespinst.
- Es sei auch die Frage erlaub, ob es überhaupt eine
Auferstehung gegeben hat! Wenn nein, dann hat keiner Recht.
- Meine Position bleibt dennoch unabhängig von beiden:
Ja, ein Mann namens Jesus hat einmal gelebt. Mehr auch nicht. Ein Mensh
wie Du und ich.
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