Dennis Vihar:    Ein Märchen namens Jesus

 
Heute ist es nicht mehr zu widerlegen dass einmal eine Person namens Jesus die Welt unsicher gemacht hat. Doch hat er wirklich kranke Menschen geheilt, Sünden vergeben, ist er über das Wasser gelaufen und ist er wirklich wieder auferstanden? Über diese und mehr Fragen streiten sich nun seit jeher unzählige Theologen.
    Im Mittelpunkt dieses Textes stehen jedoch zwei ganz zentrale Gestalten der Jesusforschung: Rudolf Bultmann und Heinz Zahrnt.
    Rudolf Bultmann vertritt einen nicht ganz so wissenschaftlichen Standpunkt. Er behauptet, dass Christen an den Jesus glauben, wie ihn die Urgemeinde gesehen hat.
    Im Gegensatz dazu geht Zahrnt die Thematik wissenschaftlicher an. Er unterscheidet zwischen dem historischen Jesus (vor seinem Tod) und dem, wie ihn die Urgemeinde gesehen hat (Jesus nach seiner Auferstehung); also der Jesus, wie ihn Bultmann analysiert. Jedoch sagt Zahnrt dass der Bezug zum historischen Jesus immer gegeben sein muss, sonst sind die Aussagen in keiner Art und Weise für die Christologie mehr von Bedeutung.
    Meine persönliche christologische Position ist hier jedoch nur schwer auszumachen. Zunächst einmal sei festzustellen dass Zahrnt in seinem Grundgedanken Recht hat. Seine Aussage ist wissenschaftlich korrekter als die Bultmanns. Bultmann vertritt keinen einzigen wissenschaftlichen Grundgedanken. Denn es entspricht doch noch längst nicht der Wahrheit wenn jemand einmal etwas über Jesus aufgeschrieben hat. Oder glauben heute alle an Außerirdische nur weil jemand einmal von einem UFO entführt worden sein will und von den Marsmännchen zu berichten weiß? NEIN!
    Insofern hat Zahrnt vollkommen Recht wenn er sagt dass nur der Bezug zum historischen Jesus von Belangen ist. Diesen Bezug versteht er als "Kontinuität" (Z. 18) und als "geschichtlichen Zusammenhang" (Z. 18). Somit hängen die Aussagen der Urgemeinde nicht mehr in der Luft. Aber auch hier muss man sich die Frage stellen: Auch wenn hier der notwendige Bezug gegeben ist, ist es dann trotzdem der Wahrheit entsprechend?
    Hier können über etliche Jahre hinweg ein Mythos verbreitet worden sein. Ist Jesus nicht mehr als eine Art Märchengestalt, die sich die Menschen damals schufen? Leben wir mit einer Lüge und glauben wir einer Lüge?
    Auch bei Zahrnt endet daher vieles in Spekulation. Es mag wahr sein, dass dieser Bezug von enormer Bedeutung ist, dennoch kann dieser Bezug auch die reinste Lüge sein. Ein Hirngespinst.
    Es sei auch die Frage erlaub, ob es überhaupt eine Auferstehung gegeben hat! Wenn nein, dann hat keiner Recht.
    Meine Position bleibt dennoch unabhängig von beiden: Ja, ein Mann namens Jesus hat einmal gelebt. Mehr auch nicht. Ein Mensh wie Du und ich.

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Copyright © 2001 Dennis Vihar. Alle Rechte vorbehalten.
Stand: 11. Oktober 2003