Dennis Vihar

Analyse: U. Plenzdorf / Die neuen Leiden des jungen W. (Textauszug) [Textauszug nicht abgebildet]

Der uns vorliegende Textauszug aus Ulrich Plenzdorfs Roman Die neuen Leiden des jungen W. beschreibt das unbefriedigende Leben des jungen Mannes namens Edagr Wibeau ( = "W."). Mit seiner Lebensweise steht er im völligen Widerspruch zur Gesellschaft. Das spiegelt auch seine in diesem Auszug recht unglückliche Liebe zu einer bereits verlobten (später auch verheirateten) Frau wieder.

[...], ich habe eine Bekanntschaft gemacht, die mein Herz näher angeht... Einen Engel..."

Diese Worte beschrieben seine Gefühle zu dieser Frau namens Charlotte, auch Charlie genannt. Da jene  Frau ja schon vergeben ist versucht er trotzdem einen Weg zu finden um sie irgendwie aufmerksam auf ihn zu machen. Er sucht eine Idee, einen Initiator - und auch findet auch einen. Wibeau entschließt sich sie mit dem Vorwand einzuladen sie malen zu wollen. das glückt, und ein paar Zeilen später sitzt sie auf einen „ollen Hocker" in seiner Laube.
Seine relativ locker und umgangssprachlich gewählten Worte verraten seine Phantasien und auch Wünsche in Bezug auf das Mädchen.
 
„Ich machte so auf ei Masche: der Maler und sein Modell. Angeblich spielt sich da erotisch nichts ab, was ich für großen Quatsch halte."
 
Damit gesteht er eigentlich seinen inneren Wunsch, eine erotische Bindung mit Charlotte eingehen zu wollen und sehnt sich  nach dem mit Klischees behafteten Verhältnis Künstler - Modell. Seine Stilmittel der gesprochenen Sprache verrät seine Ehrlichkeit mit der er den Leser versucht zu imponieren. Mit diesem Sprachstil versucht der Erzähler außerdem, sich dem eigentlich bis dato geltenden Spielregeln zu entziehen. So zum Bespiel auch den Spielregeln der Vorlage dieses Buches: Goethes Werther. Sprachlich weisen sie deutliche Differenzen auf, versuchen aber eines zum Ausdruck zu bringen: die Auflehnung gegenüber der Gesellschaft. Beide versuchen im Rahmen ihrer zeitlichen sprachlichen Gegebenheiten sich auszudrücken.
Wibeaus Hoffnung auf eine Beziehung oder auch Affäre mit Charlotte wird zu Ende dieses Auszuges zu Nichte gemacht. Denn das Mädchen verlangt den von ihr gemachten Schattenriss um den ihrem Verlobten zu geben.