- The Tea Party waren und sind bis heute ein schlichter Geheimtipp - zumindest auf unserem europäischen Kontinent. Um ihre innerkontinentale Beliebtheit über die Grenzen hinaus auszuweiten, haben sie sich an dieses eine Werk gemacht. Nach dem eher durchschnittlichen Major-Erstling Splendor Solis und dem grandiosen Nachfolger The Edges of Twilight, erquickt uns das Trio aus Toronto/Kanada mit diesem formidablen Werk: Triptych.
- Nun könnte es ja verschiedene Gründe dafür geben, warum die Band bislang nur in Kanada stets Platinerfolge erzielen konnte. Der wohl größte Grund sind die orientalischen Einflüsse der Band. Splendor Solis wirkte zu sehr ausgerichtet auf ihre Jimmy-Page- und Led-Zeppelin-Einflüsse, wobei The Edges of Twilight schon viel kompakter und aussagekräftiger wirkte. Und Triptych? The Tea Party versuchen diesmal ihre Einflüsse ein wenig im Hintergrund zu halten und dem Zuhörer ihre Musik, in kommerzieller Hinsicht, zugänglicher zu gestalten. Es fängt an dem rhytmisch impulsiven "Touch". Sehr viele Sechzehntel folgen hier aufeinander um zum Schluss einen Spannungsballen aufzubauen, der in der nächsten Sekunde wieder explodiert: Keineswegs orientalisch, oder? Doch dann kommt "Samsara". Welch ein Anfang! Geprägt von fernasiatischen Geigen wird dieser Emotionsreigen eröffnet und endet in einer Klangkaskade von energiegeladener Gitarrenmusik. Und dann noch der Text. Jeder sollte wissen was Samsara ist: Die ewige Wiedergeburt im Buddhismus. Und genau so, auf solcher Welle der Wiedergeburt reitet das Stück dahin. Was für ein Song. Dieses Album macht eines deutlich: The Tea Party verstehen es, ein Album zu machen, dass so viele Einflüsse seitens der Musik und Literatur vermischt. Von allem ist etwas dabei: Ob es nun die erfrischenden orientalischen Einflüsse sind ("Samsara"), wuchtige Rockmusik ("Touch") oder einfach nur wunderschöne Balladen ("Heaven Coming Down", "Gone"). Es gibt keinen Durchhänger. Die 12 Lieder bilden zusammen ein grandioses Album, jedes Lied hat seine Berechtigung. Diese Band reiht sich gnadenlos in die Reihe klassischer Albumbands wie The Animals ein. So was haben wir schon lange nicht mehr gehabt.
- - Dennis Vihar
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Stand: 06. Januar 2005