The Tea Party
 
Alternative Pop-Rock

Splendor Solis / 1994 / EMI Canada (07777894192)  

The River | Midsummer Day | A Certain Slant of Light | Winter Solstice | Save Me | Sun Going Down | In this Time | Dreams of Reason | Raven Skies | Haze on the Hills | The Majestic Song

Diese Band dürfte bis zum heutigen Tag nicht mehr als ein Geheimtipp sein - und darin wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. So ist es halt wenn man der guten alten (und vor allem: ehrlichen) Gitarrenmusik im Zeitalter von Techno, Dance & Hip Hop nachgeht. 
  Da war und ist also diese Band namens The Tea Party. Wie gesagt: Ein Geheimtipp. Aber ein Debütalbum kann einem Türe und Wege öffnen die man sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen kann. Splendor Solis ist so ein Ding. 
  Im kanadischen Lande lechzt man halt nach dieser unverfälschten, rauen Musik. Und das ist es, was dieses Album dort so erfolgreich gemacht hat. Es vereint solch enorme Einflüsse, dass es eigentlich unmöglich ist, diese in knapp 60 Minuten zu realisieren und zu verarbeiten. Es fängt an mit dem impulsiven und teilweise stockendem Tea-Party-Oldie "The River". Die ersten Einflüsse werden hier schon ansatzweise verdeutlicht: der orientalische Touch eines Jimmy Page und dieses schwebende Gitarrensolo à la Led Zepplin. Dieses Liedchen  hat was. Und das kann eigentlich kein Kenner der Rock-Musik bestreiten. Der Rest des Albums ist leicht und locker. Orientalisch eben. Der Wunsch nach grenzenloser und unendlicher Verarbeitung aller Einflüsse hat zweifelsohne seinen Reiz. Aber jener Drang kann auch die Musik kaputt machen. Dies ist passiert. Manche Lieder schwimmen zu saftlos dahin ohne irgendjemanden zu wecken. Saftlos gerade wegen der zuvielen Einflüsse, sodass ein gewisser Charakter auch wieder verschwindet. Beispiele wären "Raven Skies" oder "Haze on the Hills". Die Lieder sind einfach zu bilderreich. Man muss sich schon sehr öffnen, um das ganze genießen zu können. Einige Lieder dagegen beweisen auch wieder das Gegenteil ("The Majestic Song", "Save Me") indem sie einen richtigen Spannungsbogen haben - oder ihn zumindest andeuten.
  Unterm Strich bleibt nur ein Durchschnittsalbum.  Aber dass die Band ihr Potenzial hat und auch noch weit nach oben will (und auch kann) bleibt wohl unbestritten.
- Dennis Vihar

 

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Stand: 06. Januar 2005