The Kills
f. 2000 in Florida, USA
Indie Rock, Lo-Fi, Garage Punk

Keep on Your Mean Side / 10. März 2003 / Domino  

(1) Superstition
(2) Cat Claw
(3) Pull a U
(4) Kissy Kissy
(5) Fried My Little Brains
(6) Hand
(7) Hitched
(8) Black Rooster
(9) Wait
(10) Fuck the People
(11) Monkey 23
(12) Gypsy Death & You

Auf ihrem richtigen Longplayer Debüt setzen die Kills genau die Hoffnungen um, die man nach ihrer Black Rooster EP in sie gesetzt hatte: mehr von dem sexy und höhnischen Blues-Punk, jedoch diesmal ein bißchen aggressiver, mutiger und verfeinert. Zwar kann man die Kills ganz einfach in die Ecke "Garage-Rock-Revival" stecken - und sie bieten mehr als nur eine bloße, kalkulierte Ähnlichkeit zu dem Blues-Rock und Boy/Girl-Lineup von beispielsweise den White Stripes - aber Keep on Your Mean Side beweist, dass die Band aus einer ganz anderen, dunkleren und poetischeren Ecke des Rocks kommen. The Velvet Underground sind wohl mit der stärkste EInfluss der Band, auszumachen durch die dröhnenden Gitarren die das Rückgrat von "Kissy Kissy" bilden. Auf Songs wie "Superstition" entdeckt man Schatten bekannter Musikpoeten wie Patti Smith, Chrissie Hynde und (vor allem) PJ Harvey. Aber dabei kopieren die Kills nicht einfach bekannte Vocalstrukturen oder Lyrics, sondern entwickeln ihren eigen, schärferen und kompromissloseren Stil. Und auf "Fuck the People" und anderen geladenen Duellen zwischen Gitarrist Hotel und VV schimmert so etwas wie eine Art Bonnie & Clyde-Romanze durch, wie man sie eigentlich nur von Royal Trux kennt. Das Duo überbietet zwar noch nicht wirklich seine ganzen Inspirationen, weiß noch nicht so ganz damit umzugehen und wie man deren Gegensätze zu hundert Prozent festhalten kann, wie man seine Gedanken in die Tat umsetzt - wie es aber z.B. andere Künstler bereits geschafft haben - aber deren Potenzial ist unübersehbar. Keep on Your Mean Side hat zudem Re-Recordings der drei besten Tracks von Black Rooster - das "Fuck and Fight"-Duett "Black Rooster", "Cat Claw", das sich mit der wunderbaren Stimme von VV und den wunderbaren Gitarren rühmen kann, und das zu dem Album sehr sehr gegensätzliche Stück "Wait", eine Akustiknummer die die Bandbreite der Band wunderbar einfängt. Diese nee Versionen - zusammen mit dem Rest des Albums in den Londoner Toerag Studios aufgenommen - sind weit entfernt von Hi-Fi-Qualität, aber lassen das Feeling der Originalaufnahmen missen, als jene noch in einem Keller aufgenomen wurden und den Stücken das Underground-Feeling verpasste. Auch wenn das Album ein bßchen mehr Schmutz und Dreck vertragen könnte, und die Aufnahmen ein wenig zu klar wirken, ist immer noch ein sehr solides und gutes Stück Musik, dass die ganze Bandbreite der musikalischen Begabung der Kills präsentiert. Eine Band, die nicht ganz in das heutige Revival-Schema passt und wohl auch nicht passen will, was ein gutes Zeichen ist. So zeigt das Album, dass die Band durchaus noch eingige Stärken mehr in Reserve hat, die sie hoffentlich mit den späteren Alben loslassen werden.
- Dennis Vihar

 

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