System of a Down
f. 1995 in Los Angeles, Verinigte Staaten von Amerika
Heavy Metal, Alternative Metal, Hard Rock

Toxicity / 4. September 2001 / American / Bewertung  

(1) Prison Song
(2) Needles
(3) Deer dance
(4) Jet Pilot
(5) X
(6) Chop Suey!
(7) Bounce
(8) Forest
(9) Atwa
(10) Science
(11) Atwa
(12) Toxicity
(13) Psycho
(14) Aerials

System of a Down’s Debüt wurde systematisch übersehen: sowohl von der Mainstream- als auch von der Fachpresse, Aber alle Lager, auch die konventionellen Hard-Rock-Fans, realisierten nach einer gewissen Zeit, dass sich in ihren Händen ein schlafender Stein befand. Einer, der wenn er einmal ins Rollen gebracht wird, kaum mehr aufzuhalten ist und eine neue Welle des Hard-Rocks starten könnte. Sicher war da dieses einzigartige Album mit all seinen super Songs, aber es hätte wohl kaum Gold eingespielt wenn da nicht die gigantischen Promotion-Aktionen von Columbia Records gewesen wären. Dazu kam das nahezu drei Jahre anhaltende, konstante Touring der Band. Konsequenterweise waren alle früheren Anhänger der Band überrascht, dass der lang erwartete Nachfolger von System of a Down, Toxicity, auf die breite Zustimmung der Massen traf, wobei das Album die Charts stürmte und sogar diverse Platinerfolge erzielte. Zurückführen ist dies vor allem wieder auf den unorthodoxen SOAD-Sound: der so genannte Nu-Metal vereinte sich mit einer bemerkenswerten Originalität, namentlich mit knochigen Riffs, zackigen Rhythmen und schiefen Liedtexten, die sich über das ganze Album verteilen. Wie sein Vorgänger scheint Toxicity beim ersten Hören chaotisch aber nach einer gewissen Zeit kommt Licht ins Dunkle und man erkennt die Melodien und diese diversen kulturellen Einflüsse die die Musik so ‚anders’ machen. Man muss sagen, dass dieses chaotische und alarmierende Element voller Feuer der entscheidende Punkt für die Radiokompatibilität war.
Im Falle der ersten Single „Chop Suey“ konnte noch nicht einmal der 11. September mit all seinen politisch-korrekten Nachbeben und der miteinhergehenden Eigenzensur aller Radiostationen die Single von den Playlisten der Radiostationen stoßen (trotz der weniger rücksichtsvollen Lyrics über Suizid). Der Song und dessen so überraschender Erfolg erinnerte ein wenig an einen anderen genauso plötzlich erfolgreichen Song – Faith No Mores „Epic“. Hierbei sollt man sich beispielsweise dessen Piano-Outro als Beweis anhören. Und mit Sicherheit kann man bei dem irreführenden Starts von „Prison Song“ bis hin zum relativ ausgereiften Abchluss von „Aerial“ davon ausgehen, dass das Erfolgsrezept der Band sicherlich in deren verwinkelten Songwriting liegt, das mit so vielen Überraschungen aufwartet. Die exzellenten Titelsongs, „Forest“ und „Science“ sind mit Abstand die eingängigsten Stücke eines sonst so vielfältigen Albums. Lyrisch ist das Album kein Meilenstein. Ob nun typische Rockthemen wie Drogenmissbrauch („Needles“), Groupies („Psycho“) behandelt werden oder ob man sich auf unergründliche, dadaistische Charaktere wie auf „Jet Pilot“ und „Shimmy“ einlässt – die beiden Songwriter Daran Malakian und Serj Takain klingen wie die Bastard-Söhne von Frank Zappa und Slayer.  Und während auch eine politische Motivation der Marke Rage Against the Machine auf dem Album durchkommt (die fälschlicherweise meistens auf ihre armenische Herkunft geschoben wird), hat Toxicity eine noch vielfältigere und kräftigere Energie als dessen Vorgänger. Wenn eine Band eine solche Achterbahnfahrt eingeht und solche Kurven fährt, geht man eigentlich davon aus, dass sie sich früher oder später in einer immer wiederkehrenden Spirale wiederfinden. Das ist bei System of a Down nicht der Fall. Es ist eines de besten Metal-Veröffentlichungen des Jahres 2001 und ein Werk für die Ewigkeit das es erst einmal zu toppen gilt. 
- Dennis Vihar

System of a Down online: www.systemofadown.com

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