System of a Down
f. 1995 in Los Angeles, Verinigte Staaten von Amerika
Heavy Metal, Alternative Metal
Mezmerize / 17. Mai 2005 / American / Bewertung:  

(1) Soldier Side (Intro)
(2) B.Y.O.B.
(3) Revenga
(4) Cigaro
(5) Radio/Video
(6) This Cocaine Makes Me Feel Like I'm on This Song
(7) Violent Pornography
(8) Question!
(9) Sad Statue
(10) Old School Hollywood
(11) Lost Hollywood

Adjektive wie „ehrgeizig“, „zackig“ oder auch „überraschend“ haben die Meinungen über die Musik von System of a Down immer geprägt. Und das ist auch bei dem Nachfolger von Steal This Album!, Mezmerize, nicht anders. Vor der Veröffentlichung sagte die Band, dass dies der erste Teil – oder besser gesagt die erste Seite – eines eigentlichen Doppelalbums sei. Die Verpackungen der jeweiligen CDs würden sogar schlussendlich zusammenpassen, sodass ein Doppelalbum perfekt wäre. Passenderweise beginnt das neue Material der Gruppe dann auch mit einem Intro namens „Soldier Boy“, auf dem die beiden Songwriter und Sänger Daron Malakian und Serj Tankian perfekt miteinander harmonisieren – was sie eigentlich auf dem gesamten Album tun. Malakians Gitarre klingt hierbei sehr weinerlich und fernöstlich orientiert. Aber es ist nur ein Schlaflied bevor der eigentlich Knaller das Album so richtig zum beben bringt: „B.Y.O.B.“ ist eine wütende Bombe die mit tollwütigen und verzweifelten Schreien durchsetzt ist. „Why do they always send the poor?“ Plötzlich ändert sich die gesamte Gangart und der Song wird zur Halbzeit zu einem stapfenden Marsch wobei die Lyrics ein krankes Lächeln für die kulturelle Ignoranz übrig haben. Die Regierung lüge, sagen System of a Down, aber „Blast off/It’s party time.“ Die vokale  Erforschung von Malakin und Tankian ist Nervenkitzel pur – sie fordern sich gegenseitig mehr und mehr heraus wie bei einem Kampf zweier hitzköpfiger Helden. Deren sich vermischender Gesang macht „Cigaro“ aggressiver, rasend, ‚opernhaft’ und vollkommen wirr. Und bei dem Break in „Violent Pornography“ sind beide so dermaßen triumphierend, als wenn sie solche Zeilen wie „Choking chicks and sodomy“ nie ausgespuckt hätten. Das fantastische „Pornography“ ist eine exzellente Rennfahrt des Absurden und beweist zudem einmal mehr, dass System of a Down es verstehen, die spießige Gesellschaft perfekt mit ihren hyperaktiven Gitarren, pochenden Perkussionen und den wilden Phrasierungen anzuprangern. Die unbeständige Mischung von Rechtschaffenheit, Wortreichtum, ungewöhnlichen Klangteppichen und dem Thrash-Metal hat sich seit dem Debüt immer weiter ausbalanciert. Das macht dieses Album zu einem Unikat auf dem Gebiet des Heavy Metals und ist eine neue, willkommene Ebene des politisch motivierten Rocks. Mezmerize versäumt es einfach nicht, einzigartig zu sein. „Old School Hollywood“ erzählt die bizarren Erlebnisse eines berühmten Baseballspiels („Tony Danza cuts in line!“) mit den Keyboardthemen von „Beat It“ und einem brutal simplen Rhythmus. „This Cocaine Make Me Feel Like I’m on This Song” ist mehr ein Zungenbrecher mit einer explosiven Band im Hintergrund und Tankian und Malakians Harmonien sind (einmal mehr) der eigentliche Katalysator auf „Revenga“, einem wahrlich wilden Epos.

- Dennis Vihar

System of a Down – was ist ein anderes Adjektiv für ‚ehrfurchtgebietend’?

 

System of a Down online: www.systemofadown.com

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