- Ja Ja. Die Hoffnung stirbt bekanntlich immer als
letztes. So auch in Deutschland. Die Hoffnung nach der neuen Indie-Band
schlechthin. The Scorpions versuchen es seit Jahren sich mit belanglosen
Pseudo-Rocksongs die Krone endgültig aufzusetzen. Miles sind auf dem guten
Wege dorthin. Aber irgendwie richtig klappen will es einfach noch nicht.
- Aber da sehen wir eine Band namens Scumbucket.
Ein netter, kompromissloser Name. Ob die Musik auch so vielversprechend
ist wie der Name? Jo. Das ist sie. Nach ein- und mehrmaligem Hören wird
einem eines klar: Wir haben es hier mit der deutschen Wiederaufstehung
Kurt Cobains zu tun. Diese Songs sind einfach himmlisch: Melancholie,
Dramatik, harte Gitarrenriffs, eingängige Melodien. Es glänzt ein Stern
über der deutsche Rockwelt. Zunächst der rollende Opener "Manzanita
Star". Rock im gewohnten, geradlinigen Stil, ohne große Schnörkel.
Es glänzt ein weiterer Track: "Paranoid Skin". Ruhig,
ausgelassen und mit einer Prise Paranoia. Aber stets bemüht einen
liebevollen und eingängigen Eindruck beim Hörer zu ergattern. Das gelingt.
Direkt danach das brechende "Stiff and Smell" mit einzelnen
Swing- und Sixties-Elementen. Das wohl bekannteste Stück des Albums darf
dann auch nicht in der Rezension fehlen: "Luberon". Rock der
guten Sorte, der seinen Intentionen nachgeht. Und die Stimme des Sängers
erinnert einen auch irgendwie an alte Tage. Dunkel, angeraut mit ein wenig
Pathos - ohne jemals unehrlich aufzuweisen. Die Band präsentiert sich
dank der etwas harten und ungeglätteten Produktion als eine echte
Einheit: Gitarre, Bass und Schlagzeug sind eine Combo. Woher nehmen die drei
Jungens Kurt, Gudio und Michael bloß ihr Potenzial? Keine Ahnung. Soll ja
auch ihr Geheimnis werden. Künstlergeheimnis...
- Letztendlicher Gesamteindruck: Eine deutsche
Hoffnung ist geboren. Und es darf geträumt werden vom bahnbrechenden
Erfolg in Übersee und wiederkehrender, ehrlicher Rockmusik in good old
Germany. Danke.
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Stand: 06. Januar 2005