
(1) Shadow of the Season
(2) Nearly Lost Yoi
(3) Dollar Bill
(4) More or Less
(5) Butterfly
(6) For Celebrations Past
(7) The Secret Kind
(8) Winter Song
(9) Troubled Times
(10) No One Knows
(11) Julie Paradise
Uncle Anesthesia, das Majorlabel-Debüt der Screaming Trees, wurde anfangs kaum beachtet und wurde mitunter sogar unterbewertet. Sweet Oblivions erfolgreichste Single, „Nearly Lost You“ wurde jedoch auch zum stärksten Stück des Soundtracks der US-amerikanischen Sitcom Singles. Und obwohl die Trees sich sehr gut mit diesem Erfolg verkaufen konnten, wurden sie dadurch keine wirklichen Stars. Vielleicht lag es daran, dass Sweet Oblivion einige Monate vor Singles veröffentlicht wurde. Insofern konnten sie nicht in der gleichen Art und Weise für ihr Album werben wie es Alice in Chains für Dirt und die Smashing Pumpkins für Siamese Dream konnten; sie konnten hierdurch noch nicht einmal Extranutzen für ihr Album ziehen, wie es sonst üblich ist.
Aus welchen Gründen auch immer konnte Singles nicht den kommerziellen Erfolg von Sweet Oblivion fördern und so kratzte das Album nur die unteren Ränge der Billboard-Charts. Und das ist eine Schande, denn das Album ist wirklich gut – die besten Songs hierauf sind mitunter auch die besten Songs ihrer Karriere und das Songwriting war diesmal sogar das beständigste. „Nearly Lost You“ ist natürlich einzigartig und kaum noch zu toppen, aber „Dollar Bill, „Shadow of the Season“ und „Butterfly“ sind fast genauso beeindruckend. Mark Lanegans kratzige Stimme vermittelt eine abgespannte Sehnsucht, die wiederum der Band eine völlig unerwartete musikalische Dimension eröffnet. Ein wunderbarer Kontrast zum derweil machoartigen Garage-Psych Grunge. Die Trees klingen nicht mehr so punkartig wie sonst. Diesmal scheinen sie eher in ihrer Anfangszeit gefangen, eine Art 1970er Jahre Hard-Rock-Sound mit einer graziösen Power die beweist, dass sie mindestens genauso groß waren wie ihre bekannteren Artgenossen. Unglücklicherweise verhalf die große Zeitspanne von vier Jahren zwischen Sweet Oblivion und Nachfolger Dust der Band entgültig zum Kultstatus. Sie hätten weitaus mehr als das verdient.
- Dennis Vihar.
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