Screaming Trees
f. 1983 in Seattle, Washington, Vereinigte Staaten von Amerika db. 2000
Invisible Lantern / 1988 / SST  
American Underground, Hard Rock, Alternative Pop/Rock, Neo-Psychedelia,Hard Rock, Grunge

(1) Ivy
(2) Walk Through to This Side
(3) Lines & Circles
(4) She Knows
(5) Shadow Song
(6) Grey Diamond Desert
(7) Smoke Rings
(8) The Second I Awake
(9) Invisible Lantern
(10) Even If
(11) Direction of the Sun
(12) Night Comes Creeping

Auf ihrem nunmehr dritten Album Invisible Lantern verbessern die Screaming Trees auf ein neues ihren frühen psychedelischen Garage-Rock-Stil. Die Band hatte in der Zeit der Veröffentlichung dieses Albums echten Kultstatus in der Seattle-Szene erreicht. Aber diese Scheibe hatte ein wenig an Dampf verloren, was man wohl auf die laue Beachtung des Albums bei den Kritikern als auch bei den Radio- und Fernsehstationen zurückführen konnte. Die Musik ist temperamentvoll und rau – quirliger Garagenpop mit all seinen Charaktereigenschaften. Zurückblickend werden vor allem Fans feststellen, dass Mark Lanegan immer noch nicht die tonale Einzigartigkeit in der Stimme gefunden hatte, wie man es auf dem Erfolgshit von 1992, „Nearly Lost You“ erkennen konnte. Abgesehen von dem damals ebenfalls unbemerkten Potenzial der eigentlichen Performance von Lanegan, leidet das Album auch ein wenig unter den ein wenig seicht dahinschlängelnden Songstrukturen und anderen klanglichen Ungereimtheiten, die die Band aber später wettmachen konnte. Das soll aber keineswegs heißen, dass es auf Invisible Lantern keine Highlights gäbe. Der hypnotische Pop der ersten sechs Stücke auf dem Album spiegelt sich am besten in „Lines and Circles“ und „Ivy“ wieder – abwechslungsreiche Wendungen mit interessanten Liedtexten und Bearbeitungen. Andere weniger kopflastige, mehr geradlinige Tracks wie „Walk Through to This Side“ und „Night Comes Creeping“ beweisen einen schönen Kontrast und Energie. Indie-Fans (vor allem die der post-Nirvana-Seattle-Revolution) tendieren dazu, die späteren Werke der Screaming Trees zu ignorieren und ziehen das ältere Material dem neuen vor. Aber für uneingenommene Hörer scheint es so, als wenn die Band schlichtweg zwei Inkarnationen durchluafen hätte, wobei die zweite die erwachsenere von beiden war. Natürlich gibt es so viele Sichtweisen hierzu wie es Fans und Rezensionen gibt. Und wie auch immer jeder einzelne diesen Bogen in der Entwicklung der Screaming Trees interpretiert, so ist Invisble Lantern ein solides Werk in der frühen Blüte der Indie-Rock-Bewegung.
- Dennis Vihar.

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