
(1) Orange Airplane
(2) You Tell All These Things
(3) Standing on the Edge
(4) Forever
(5) Seeing and Believing
(6) I See Stars
(7) Lonely Girls
(8) Strange Out There
(9) The Turning
(10) Clairvoyance
Überraschenderweise ist das Debütalbum der Screaming Trees ein sehr vielfältiges. Im Gegensatz zu so vielen Bands aus dem Nordwesten der USA zu dieser Zeit hat diese Band nicht den gruseligen Geist der Stooges oder den Sound von MC5 inne. Aber so ein wenig meint man sich an die Doors oder vielleicht auch an die Teardrop Explodes erinnert (Mark Lanegans enorm tiefe Singstimme erinnert nämlich an Jim Morrison und Julian Cope, jedoch mit einem leichten Näseln). Die wohl zeitgenössischste Band dieser Tage, die den Screming Trees sehr ähnlich war, waren die Flaming Lips – eine andere Gruppe von Bilderstürmern, die 1985 ihre erste EP und ein Jahr darauf ihr erstes Album veröffentlichten (Hear It Is). Die Trees waren weder Fisch noch Fleisch – nicht wirklich Punk, nicht wirklich Grunge. Und wie die Flaming Lips waren die Screaming Trees keine Retortenkinder der 1960er Musikära, mal abgesehen vom oft zu hörenden Tamburin oder der knarrenden Orgel. Das Album beginnt mit dem Knall von „Orange Airplane“ der Thirteenth Floor Elevatorish. Kaum zu überhören ist der Stempel des Produzenten Steve Fisk (Pell Mell, Pigeonhed). Ein Kind schreit den Titel immer wieder ins Mikro während die Screaming Trees ihren Neo-Psychedelic-Klangteppich mehr und mehr darüber ausbreiten. Die Kombination aus Garagenrock und purem Sampling funktioniert besser als sie eigentlich sollte. „Standing on the Edge“ ist ein anderer herausragender Track mit einem verführerischen Haken und einem sich langsam aufbauenden Level an Intensität. Gary Lee Conners Gitarrenspiel hat zum Teil einen nahöstlichen Touch (wie auch „The End“ von den Doors). Andere Stücke wiederum sind lahm und wirken mitunter lustlos und schwerfällig in sich („I See Stars“, „Lonely Girl“). Aber Clairvoyance zeigt hauptsächlich, dass die Screaming Trees ein großes Potenzial haben, ja sie würden sich bald verbessern. Weiterentwickelt haben sie sich jedoch nicht, ihr Stil und Sound ist größtenteils gleich geblieben über all die SST- und Epic-Jahre. Obwohl das Album kein solchen Ohrwurm der Marke „Nearly Lost You“ oder „Something About Today“ hat, zeigte dieses Album dass diese Band nicht lange brauchen würde, um dort hinzugelangen.
- Dennis Vihar.
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