-
- Pearl Jam
- f. 1990, Seattle, USA
- Grunge, Alternative Pop/Rock, Hard Rock, Post-Grunge
Riot Act / 12. Oktober 2002 / Sony 



(1) Can't Keep
(2) Save You
(3) Love Boat Captain
(4) Cropduster
(5) Ghost
(6) I Am Mine
(7) Thumbing My Way
(8) You Are
(9) Get Right
(10) Green Disease
(11) Help Help
(12) Bu$hleaguer
(13) 1/2 Full
(14) Arc
(15) All or None

- Irgendwie ist Riot Act das Album welches Pearl Jam seit Vitalogy haben machen wollen - ein hartes, deftiges Artrock-Album, das zwar immer noch mehr als rockt aber mit diversen Experimenten angereichert ist. Vitalogy zeigte dabei, dass die Band durchaus all ihre musikalischen Ideen und Einflüsse auf nur einem Album vereinen kann, was wiederum Vitalogy so faszinierend machte: wuchtiger Hard-, glänzender Art- und Experimentalrock präsentierten die ganze Bandbreite PJs. Danach pendelten sie zwischen beiden Extremen: das spirituelle und mehr als düstere, aber durchweg perfekte, No Code. Danach das zu kalkulierte und geradlinige Yield. Binaural war hingegen auch, ähnlich wie Riot Act, eine Art Zwischending, jedoch ein wenig zu knochenlos. Hier vermischen sie beide Extreme auf eine harmonisierende Art und Weise und veröffentlichen mit Riot Act ihr wohl aussagekräftigstes Album seit No Code. Sowohl musikalisch als auch emotional ihr seitdem stärkster Wurf. Auch wenn es nicht gerade ein großes musikalisches Feuerwerk der Marke Vs. oder Vitalogy ist, ist Riot Act dennoch aufgrund seiner raffinierten Veränderungen bemerkenswert. Der Selbstfindungsprozess nach Vitalogy scheint hier seinen ruhigen Endpunkt erreicht zu haben. Und irgendwie stellt es jeden hartgesottenen Pearl Jam-Fan zufrieden, dass seine Band sich wieder so harmonisch und ausgeglichen anhört. Nicht wieder zuletzt wegen Matt Cameron, dem man dabei großen Lob aussprechen muss. Er belebte schon auf Binaural die Band wieder zum Leben, und mit seinem kräftigen Drumming setzt er Akzente wie schon lange nicht mehr. Auch die Produktion scheint die beste seit Jahren zu sein: ein warmer, polierter Sound mit diversen liebevollen Details, die die musikalische Basis fördern anstatt den ganzen Output zu sehr aufzupumpen. In anderen Worten: es ist weder das zu fordernde No Code, noch das spartanische Yield. All dies scheinen nur kleine, unwesentliche Veränderungen zu sein. Machen Riot Act aber zum besten PJ-Album seit langem.
- - Dennis Vihar
-
-
Pearl Jam online: www.tenclub.net
Copyright © 2006 by Dennis Vihar and DeViCom. All Rights Reserved.