- Joe Strummer sagte einmal, dass The Clash den Ruhm in ihrer Hand hielten, ihn aber dann auf den Boden haben fallen und zerbrechen lassen. Pearl Jam haben es da ein wenig anders gemacht: sie haben den Ruhm einfach hinter sich gelassen. Nirvana haben vielleicht die Ära des Grunge und Alternative Rocks eingeleitet, aber Pearl Jam waren nunmal die größte Band auf diesem Sektor Anfang bis Mitte der 1990er. Daran gibt es keine Zweifel. Sie haben MTV, die Radiostationen und die Konzerthallen dominiert. Manche Bands hätten diesen Erfolg genossen, sich darauf weiter ausgeruht und immer weitere Alben mit demselben Style und so weiter aufgenommen - viele entwickelteten sich nicht mehr wirklich weiter. Jeder hatte aber die gleichen Voraussetzungen. Pearl Jam dagegen haben sich musikalisch weiterentwickelt, sind nicht stehen geblieben und scheuten sich nicht, zu experimentieren. Nur die wahren Hardcorefans sind ihnen daraufhin treu geblieben, wobei die Zahl jener immernoch immens ist. Zudem hatte die Bands noch den ein oder anderen Crossover-Hit, so wie das J. Frank Wilson-Cover von "Last Kiss". Es kam bis auf Platz 2 der Billboard-Charts. Aber sie waren eben nicht mehr die größte Band der Welt. Das Doppelalbum hält diese musikalische Reise der Band auf hervorragender Art und Weise fest. Nicht nur die glänzenden und erfolgreichsten Momente werden festgehalten, sondern auch jene, in denen Pearl Jam faktisch gar nicht an der musikalischen, populären Oberfläche waren. Wie beispielsweise mit dem 1996er Album No Code, das kaum Beachtung fand aber eines der besten Werke der Band bis heute ist, und das zugleich gereifteste. Das Best-Of beweist, dass Pearl Jam sich stets nur auf das Musikmachen konzentriert haben, und nicht auf das ganze Drumherum. Das tat der Band gut und dem Grunge gut. Denn noch heute gelten sie als Referenz im Grunge. Und das wird auch hoffentlich noch Jahre so bleiben.
- Von den 33 Liedern sind gerade mal nur 12 aus der Ära nach Vitalogy. Das heißt, dass sich die Sammlung auf die Blütezeit der Combo konzentriert. Nahezu jeder Radiohit und Konzertstabdard ist dabei, mal abgesehen von "Crazy Mary" (ein Victoria Williams-Cover) und "Tremor Christ". Aber gerade durch die Präsenz mancher Non-LP-Schmankerl wie "State of Love and Trust", "I Got ID" oder "Man of the Hours" wird dies wieder wettgemacht. Auch auf die Aufteilung auf die Up- und Down-Disc ist super. Eine CD für die Rocker und eine für die Balladen. Ja, und das ganze auch noch grafisch nett festgehalten. Kompliment.
- Dennis Vihar
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Band online: www.tenclub.com