- Ne, was habe ich mich gefreut als ich am 26. November, dem Tag meines Geburtstages, das Geschenk aufgemacht habe und diese CD ausgepackt habe. "Danke Mama, danke Papa!!". Pearl Jam, endlich LIVE auf CD zu haben, das war mein Traum, nebst all den ärmlichen Bootlegs die es ja heute immer noch zu kaufen gibt. Aber nach der Anfangsfreude, und nachdem ich Pearl Jam endlich mal wirklich live sehen konnte, wurde mir klar, dass die CD nichts weiter als ein Dankeschön an die Fans war, an diejenigen, die schon immer auf eine wahre Live-CD gewartet hatten. Aber diese Aufnahmen geben bei weitem nicht die rohe und nahezu unendlich freiwerdene Energie von Pearl Jam wieder. Ja, nahezu enttäuscht ist man von den Aufnahmen, denn man hat weitaus mehr erwartet als das, und das eigentlich zu Recht; denn gerade nach dem Durchbruch mit Ten, wurden Pearl Jam ob ihrer Liveauftritte mehr und mehr berühmt und einzigartig. Aber schon bei dem Opener "Corduroy" stand für mich fest, dass ich dann lieber die Albumversion wieder und wieder höre. Und dann "Go" - auf einem Album eines der besten Opener das ich kenne, doch die Liveversion überzeugt nicht wirklich, nichts wird wirklich deutlich von PJs Feuer und roher Einzigartigkeit auf der Bühne, das Stück wirkt überladen vom schnellen Takt, wirkt zu hektisch und zappelnd als bewegend. Und das letzte Solo von Gossard bei dem Stück wirkt als wenn die Band den Track so schnell wie möglich zu Ende bringen wollten. Das gleiche gilt für "Daughter", von dem man mehr Tiefgang und was nicht alles erwartet hätte - auch wenn die Menge mitsingt, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Stück wieder zu hektisch und schnell wirkt. Vedders Stimme hat zwar keine Aussetzer und klingt wieder mehr als super, aber der Rest passt nicht recht.
- Nach dem letzten wahren Klassiker den Pearl Jam veröffentlichten, Vitalogy, kam Yield, und wirkte nicht so roh und wild wie all seine Vorgänger. Pearl Jam wirkten müde.
- Live on Two Legs bietet zwar einen bunten Querschnitt von Ten bis Yield, aber man merkt, dass sie nach Yield nicht mehr so überzeugend rüberkommen, wie man es gewohnt war bis dato. Zwar war Yield kein schlechtes Album, aber auch nicht gerade eines wofür PJ berühmt wurden. Und so wirken diese Liveaufnahmen eher müde und als wenn man sich dazu hätte aufraffen müssen, die Aufnahmen zu machen. Sicherlich kann man sich das Album immer noch gut anhören, aber wer PJ wirklich kennt und liebt ist eher enttäuscht. Live on ... ist quasi ein kleines Souvenir für alle treuen Fans.
- Einzig wahre Highlights sind da noch "Hail Hail" und "Fuckin' Up". "Hail Hail" wegen seiner perfekten Liveperformance und weil es als einziges an die Livequalitäten von Pearl Jam heranreicht. Und "Fuckin' Up" weil es ein wunderbares Neil-Young-Cover ist, bei dem man wirklich mitspielen will - ein super Schluss für ein eher schlechtes Livealbum. Wer Pearl Jam wirklich live erleben möchte, mit all ihren Stärken, der greift dann doch lieber zu Live: 11-6-00 - Seattle Washington oder Live 9-1-00 Philadelphia Pennsylvania.
- - Dennis Vihar
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Pearl Jam online: www.tenclub.com