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- Neutral Milk Hotel
- f. 1989
- Alternative Pop/Rock, Neo-Psychedelia, Lo-Fi, Indie Rock, Neo-Prog
In the Aeroplane Over the Sea / 10. Februar 1998 / Merge 





(1) The King of Carrot Flowers, Pt. One
(2) The King of Carrot Flowers ,Pts. Two & Three
(3) In the Aeroplane Over the Sea
(4) Two-Headed Boy
(5) The Fool
(6) Holland, 1945
(7) Communist Daughter
(8) Oh Comely
(9) Ghost
(10) The Penny Arcade in California
(11) Two-Headed Boy, Pt. Two

- Es war einmal ein Junge voller Herzschmerz und Lebensfreude zugleich, der sich aufmachte um in den unendlichen Weiten der Independentmusik seinen Sound zu finden. Einen Sound der in der Lage ist sowohl seinen ganzen Schmerz als auch seine Freude widerzuspiegeln. Ohne viel Schnörkel. Sie müsste nur ehrlich sein. Und da fand er dieses eine Liedchen: „The King of Carrot Flowers, Pt. One“. Von da an wusste er dass er die perfekte Musik gefunden hatte.
- Viel ehrlicher und perfekter könnte man das, was man fühlt und erlebt, nicht durch Musik ausdrücken. Dieser Komponist namens Jeff Mangum muss ein wahrer Seelenverwandter sein. Ohne Schnörkel wird gesungen. Er versucht nicht, seine Stimme zugunsten der Zuhörer zu verhätscheln. Die Gitarre und ihre Riffs passen einfach aufgrund ihrer Klarheit und (beinahen) Effektlosigkeit zu der Stimme. Und inmitten des Songs kommt das dem Lied perfekt zugeschnittene Akkordeon hinzu („King of Carrot Flowers, Pt. One“).
- Diese Stärke bleibt bis zum Schluss des Albums aufrecht. Mangums Songwriting hat sich zum wesentlichen hin fokussiert. An den Lyriks brauchte er nichts mehr zu ändern: schon seit On Avery Island ist die lyrische Größe Mangums eine einzigartige. Kryptisch-metaphorisch wie einst Bob Dylan. Die Songs fließen wieder ineinander über, wir sind bei einem neuen Konzeptalbum das wieder ein herrliches Ganzes bildet. Ohne dass man an den Songs hätte groß nachbessern oder schneiden müssen. Handwerk aus einem Guss. Man fragt sich ob es überhaupt eine bessere Scheibe gibt, die man während einer Autofahrt durch die Nacht hören kann. Man wird lange überlegen müssen und die Antwort lautet: wohl kaum. Denn die atmosphärische Dichte ist kaum noch zu überbieten. Sie wird während eines Songs über Minuten hinweg aufgebaut wie bei einer Achterbahnfahrt und entlädt sich irgendwann zu einem unerwartetem Zeitpunkt. Wie beispielsweise am Ende von „Two-Headed Boy“”. Es folgt das entspannte „The Fool“ bis es mit der Rakete „Holland, 1945“. Nicht nur der Fuzz-Bass, die brummend-verzerrte Gitarre und die leidende Stimme nehmen einen mit; der Text über den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg gibt einem den Rest. Aber keine Sorge, mit „Communist Daughter“ darf man wieder träumen.
- Für den ein oder anderen dürften die Lieder auch wieder zu kryptisch sein um ganz darin zu versinken. Aber das ändert nichts an der Tatsache dass In the Aeroplane Over the Sea ein Meilenstein ist.
- Dennis Vihar
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