Nada Surf
f. 1993 in New York, Vereingte Staaten von Amerika
Alternative Pop/Rock, Indie Rock, Pop Underground

Lucky / 1. Februar 2008 / Barsuk  

(1) See These Bones
(2) Whose Authority
(3) Beautiful Beat
(4) Here Goes Something
(5) Weightless
(6) Are You Lightning?
(7) I Like Whta You Say
(8) From Now On
(9) Ice On the Wing
(10) The Fox
(11) The Film Did Not Go 'Round

Wenn die Fountains of Wayne die Power-Pop-Songs für einen tanzgeladenen Freitagabend schreiben, dann schreiben Nada Surf die Songs für Sonntagnachmittage. Mit den Jahren werden die Drei immer gefühlsgeladener, wobei sie den Sarkasmus von „Popular“ immer mehr abzulegen scheinen um sich vielmehr den Popsongs mit reif-warmen Melodien zu widmen. Ja, und ‚lucky’ waren sie wirklich – sie hatten Glück, dass ihre Zuhörer, die Fangemeinde, über all die Jahre hindurch hinter ihnen stand und ihre Vertragssituation bei den Labels sich stabilisiert hat.

Insofern erscheint es angemessen, dass Lucky sich wie ein Fest zu Ehren ihres Erfolgs anhört. Düstere Lieder sind immer noch dabei, wie der wohl dunkelste Track „The Film Did Not Go Round“. Aber der Hauptteil des Albums besteht aus Mid-Tempo-Powerrock. Also nicht zu schnell, aber auch nicht zu lahm. Anfang der 2000er konzentrierten Nada Surf sich eher darauf, traurig-verregnete Lieder zu schreiben, die mitunter nahe am Sadcore-Rock waren. Verglichen dazu erscheint Lucky schon eher fröhlich (wenn nicht sogar breit grinsend). Ein paar besonders leuchtende Momente sollen hervorgehoben werden: der Rücken-an-Rücken-Rockkampf von „Whose Authority“ und „Beautiful Beat“, wobei die Songs plötzlich urplötzlich ihre gesamte Energie an einem Punkt entladen und diese Wucht über Minuten hinweg halten. Mathhew Caws erscheint ruhelos aber glücklich zugleich wenn er singt und Zeilen wie „beautiful beat, get me out of this mess; beautiful beat, lif me up from distress“ zwitschert. Als wenn er wüsste, dass seine Ängste jederzeit von den muntersten Songs gebändigt werden können. Aber Lucky verliert sich nie in den Untiefen der puren Fröhlichkeit. Zuviel haben die Drei die letzten 15 Jahre durchgemacht, als dass sie jetzt nur fröhlich sein könnten. Der Opener „See These Bones“ ermahnt junge Bands zur Vorsicht mit der Karriere.

Ein wunderbares Finish für jedes nicht-/gelungene Wochenende. 
- Dennis Vihar

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