My Bloody Valentine
f. 1984 in Dublin, Irland
Style

Loveless / 5. November 1991 / Sire  / Bewertung: 

(1) Only Shallow
(2) Loomer
(3) Toched
(4) To Here Knows When
(5) When You Sleep
(6) I Only Said
(7) Come in Alone
(8) Sometimes
(9) Blown a Wish
(10) What You Want
(11) Soon

"Isn't Anything" war genug genug, um eine Menge von MBV-Anhängern und Fans den Weg zu ebnen. Und es kamen sehr viele Bands ans Tageslicht, die sich wie die Valentines anhörten, oder es zumindest versuchten. Aber die Größe von "Loveless" bewies, dass die Band unnachahmbar ist. Die zwei Aufnahmejahre waren für alle Beteiligten hart; das Label Sire musste aufgrund der hohen Produktionskosten fast den Bankrott erklären und die Stimmung der Band war auch nicht immer die beste. Aber schlussendlich präsentierte die Band ihr Meisterwerk, welches den Vorgänger noch einmal toppen konnte. Wenn nun "Isn't Anything" die tonale Blaupause war, dann hat "Loveless" alles wieder erblassen und erstarren lassen.  Die Bearbeitungen von "Loomer", "What You Want" und "To Here Knows When" sind so dermaßen üppig, dass sie praktisch greifbar erscheinen. Quasi als wenn die Songs sich gerade in vollem Maße vor Deinem Auge abspielen; ein heftiges Theaterspiel dass seinesgleichen sucht.  Mit seinen üppigen sowie gleichermaßen ätherischen Melodien und Phrasen präsentiert "Loveless" ein noch nie da gewesenes Maß an Sexyness und Sinnlichkeit dar, anstatt die Band einfach nur klar und strukturiert darstellen zu wollen. Kevin Shields und Bilinda Butchers Gesangsarten vermischen sich wunderbar in dieser tonalen Achterbahnfahrt. Es kommt einem wie berauschender Sex oder auch Sex voller Rausch . . . wie auch immer. Von den gebieterischen "Only Shallow" und "Come in Alone" bis hin zu den befreienden Reflexionen von "Sometimes" und "Blown a Wish" beweist das Album eine überzeugende Komplexität ohne hierbei Quantität vor Qualität zu stellen, was vor allem von den Melodien bewiesen wird, die sich sofort ins Gedächtnis brennen. Die gezeigte Selbstsicherheit der Band ist eben die Schwierigkeit hierbei ein solch einzigartiges Album aufzunehmen, Aber "Loveless" ist nicht nur das von ihnen erreichte Ziel, sondern beweist umso mehr wie eine Band beständig wachsen kann und mit der Zeit reift. Der Geschmack eines schottischen Whiskeys wird mit der Zeit auch immer komplexer und intensiver, ja sogar sinnlicher - und so ist es auch mit diesen schottischen Wunderknaben. "Soon" vereint die Komplexität der Gitarren mit einem vom Dance inspiriertem Beat. Und das sinfonische Interludium "Touched" deutet eine Weiterentwicklung der Gitarren-/Technikfertigkeiten von Fripp und Eno an.
Ein solch gutes Album machte es in letzter Konsequenz dann auch bis heute für Shields und Co. nahezu unmöglich, einen Nachfolger zu präsentieren - was zum einen für die Band frustrierend und zum anderen auch mehr als verständlich ist. Obwohl Shields Kollaborationen mit Yo la Tengo, J Mascis oder Primal Scream oft beachtenswert waren, waren sie kein Vergleich zu "Loveless". Wie auch immer, My Bloody Valentine Fans - wie auch reine Kevin Shields - werden immer bestätigen, dass nichts vergleichbar ist mit "Loveless".

 - Dennis Vihar

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