My Bloody Valentine
f. 1984 in Dublin, Irland
Alternative Pop/Rock, Shoegaze, Dream Pop, Noise Pop, Indie Pop

Isn't Anything / 1988 / Creation/Sire  

(1) Soft as Snow (But Warm Inside)
(2) Lose My Breath
(3) Cupid Come
(4) (When You Wake) You're Still in a Dream
(5) No More Sorry
(6) All I Need
(7) Feed Me With Your Kiss
(8) Sureisfine
(9) Several Girls Galore
(10) You Never Should
(11) Nothing Much to Lose
(12) I Can See It (But I Can't Feel It)

Obwohl das Album zumeist nur als Vorgänger oder Vorhut zu ihrem Meisterwerk "Loveless" gesehen wird, ist  "Isn't Anything" in gewisser Weise auch genauso bahnbrechend und zukunftsweisend. Es war nicht nur der klar verständlichste und expansivste Ausdruck ihres Sounds, "Isn't Anything" war auch der Grundstein für das Shoegaze-Genre und ebnete vielen Nachfolgerbands den Weg. Der zum Teil straff strukturierte Sound des Albums hat zwar immer noch den Jangle Indie Pop des Vorgängers inne, dennoch Kevin Shields und seine Band vereinten dies mit der experimentellen Natur, die weit über das bisher gekannte hinausging. Der Mix aus sich grün und blau schlagenden Gitarren, Drums und lustbetonten Boy-Girl-Vocals des Songs "Feed Me With Your Kisses" ist die hierbei unverwechselbare Signatur von My Bloody Valentine. Dahingegen ist "All I Need" mit seinen schwerelosen Gitarren und zuckersüßen Melodien das richtige Element für einen berauschenden Dunst. Kevin Shields einzigartige Tunings, Tremolos und die Mikrofontechniken auf "You Never Should" und "Nothing Much to Lose" sind bis heute eine Referenz aber Deb Googes überraschend funklastige Bassline auf "Soft as Snow (But Warm Inside)" zeigt einmal mehr, dass jedes einzelne Bandmitglied sein hohes Talent erfolgreich einbringen konnte. In der Tat stammen viele der verstörend wunderschönen Höhepunkte von Bilinda Butcher. Auf dem heftig zerrenden Song "No More Sorry" sing sie abstrakt-schmerzvolle Texte wie 'Your septic heart and deadly hand/Loved me black and blue', die wiederum bei der Vielzahl von mechanisch kreisenden Gitarren kaum hörbar sind. Auf "Several Girls Galore" ist sie derweil sexy und verführend und gleichwohl irgendwie unerreichbar. Es scheint, als flüstere in dein Ohr, irgendwie inmitten der Großstadt, außerhalb eines dunklen Nachtclubs.

Gerade die dunkle Seite der Valentines ist auf diesem Album präsent, ganz besondere auf dem Song "Sueisfine", wobei der Refrain langsam und allmählich von 'Sue is fine' in 'Suicide' wechselt. "Isn't Anything" zeigt den revolutionären Stil von My Bloody Valentine in seinen erwachsensten Momenten. Gleichzeitig ebnete die Scheibe "Loveless" seinen Weg.

- Dennis Vihar

 My Bloody Valentine online: www.mybloodyvalentine.net/

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