Madsen
f. 2003, im Wendland, Deutschland
Alternative Pop/Rock, Hard Rock, Indie Rock

Madsen / 30. Mai 2005 / Vertigo  

(1) Vielleicht
(2) Immer mehr
(3) Die Perfektion
(4) Unsichtbar
(5) Diese Kinder
(6) Immer wieder
(7) Panik
(8) Im Dunkeln
(9) Lüg mich an
(10) Mein Therapeut und ich
(11) Wohin

Ehrlich gesagt habe ich schon seit langem deutsche Bands gemieden. Sehr lange. Ich hatte Angst wieder einen solchen asozialen Möchtegern-Rock im Stile von den Toten Hosen, einen politisch zu korrekten vertexteten Rock Marke Tocotronic oder einfach nur eine so laue und fade Soße wie Juli zu hören. Und wenn dann manche noch meinen, Englisch singen zu müssen . . . oh je . . . da gab/gibt es nur es nur einige Ausnahmen, die hoffnungsvoll sind, wie z.B. Union Youth (Ex-Jonas).
Aber dann eines schönen Tages sah ich dieses eine Video auf MTV, wo auch sonst, und schon war es geschehen und ich wusste, dass auch diese Band endlich wieder eine deutschsprachige Ausnahme sein werden neben Kettcar und Tomte. Also rein in den Plattenladen, in Begleitung meiner Freundin die sich gewundert hat, dass ausgerechnet ich mich an eine deutsche Band traue; und was ich dann hören durfte war schlichtweg super. Schon der Opener fesselt durch seinen schleichenden Übergang in den Chorus und die medi-harten Riffs die gleichzeitig zu der leicht luftigen Stimme von Sebastian Madsen klingen. Dass er auch anders kann, und durchaus seine Stimme bis aufs nahezu Letzte penetrieren kann, zeigt er bei "Die Perfektion" und "Panik". "Die Perfektion", das beste Stück auf dem Album, ist ein grandioser Rocksong mit unübersehbaren Hitqualitäten. Hier wird geradeaus gerockt. Schlichte, rhythmisch stark akzentuierende Riffs, die sich in die Ohren winden wie Hammerschläge, die man nicht mehr vergisst. Und dazu Sebastians kratzend-schreiende Stimme, als ob er die perfekte, kritisierende Ironie zu seinen eigenen Zeilen abliefern möchte.
Madsen haben gelernt von Großmeistern wie Third Eye Blind, Foo Fighters, Semisonic oder auch Placebo: Wunderbare Melodien, die Dich gezielt dort Treffen wo es am meisten schmerzt oder auch nicht, keine überladenen Spannungsbögen die mit der Zeit nerven, aber auch das gewisse Gefühl für die ruhigeren Stücke ("Im Dunkeln") ohne aber dabei aus den Fugen zu geraten - alles sitzt perfekt. Und dazu noch nicht allzu politisch motivierte Lyrics, die einfach nur lächerlich klingen. Nein, hier passen selbst die Texte zu der Musik. Am skurrilsten darunter ist wohl "Mein Therapeut und ich".
Ja, diese Band, diese CD versprüht Hoffnung.
- Dennis Vihar

 

Band online: www.madsenmusik.de

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