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- The Hold Steady
- f. 2000 in New York, NY, USA
- Indie Rock
Boys and Girls in America / 3. Oktober 2006 / Vagrant 




(1) Stuck Between Stations
(2) Chips Ahoy!
(3) Hot Soft Light
(4) Same Kooks
(5) First Night
(6) Party Pit
(7) You Can Make Him Like You
(8) Massive Nights
(9) Citrus
(10) Chillout Tent
(11) Southtown Girls

- "There are nights when I think Sal Paradise was right/Boys and girls in America have such a hard time together".
- Dies sind die ersten Zeilen aus dem Opener von Hold Steadys drittem Album Boys and Girls in America, "Stuck Between Stations". Und bevor Sänger Finn diese Zeilen herausposaunt hört man ein Glockenspiel und Piano, die genauso gut von Bruce Springsteens Album Born to Run hätten stammen können. Und diese deftigen Gitarren könnten die Brut von AC/DC sein. Sal Paradise, einst Kerouacs großer Charakter, ist nicht die einzige Figur in dieser großen Erzählung von der amerikanischen Jugend und Romantik. Der Poet John Berryman, der sich später auch umgebracht hat, taucht ebenfalls auf. Eines seiner großen Werke, Dream Works, wird auch in einigen Zeilen zitiert: "...I surround myself with doctors and deep thinkers/but big heads with soft bodies make for lousy lovers..." Wie wahr.
- Und als wenn das nicht genug wäre, haut Finn noch eine weitere Beobachtung und Wahrnehmung über die heutige amerikanische Jugend raus: "a damn good kisser and she wasn't that strict of a Christian/She was a real good dancer but she wasn't much of a girlfriend." Das ist die Basis eines Albums, die sich Boys and Girls in America zum Thema gemacht hat. Finn ist nicht nur ein Geschichtenerzähler, sondern auch ein Rockhistoriker. Ein wild gewordener Rocknarr. Er macht aus seinen Beobachtungen, seinen Wahrnehmungen in den Clubs, auf Festivals, auf der Straße große Stories. Er spricht für sich selbst und keinen anderen. Und das ist großes Kino. Wenn die Band Thin Lizzys Riffs aus "Boys Are Back in Town" rückwärts und mit Mid-Tempo in "Hot Soft Light" konvertiert, dann versucht Finn sich wie Phil Lynott anzuhören. Alles was er darstellt - Ratten im Einkaufszentrum, drogenabhängige Kids, sich betrinkende Jugendliche - ist nicht nur Beobachtung. Nein, er scheint es wahrhaftig durchlebt zu haben. Ein Tagebuch? - Wenn man so will, ja. Vielleicht. Alles in Rockhymnen thematisiert. WIe "Chips Ahoy!" mit seinem Hammond B-3 unter der Last von harten Riffs und der rollenden Bassline. Herrliche Background-Vocals und diese Geschichte von Pferdewetten; als wenn er mit Bukowski gelebt hätte. Grandios. Die Frustrationen mit seinem Mädchen nehmen Überhand - "how am I am supposed that you're high if you won't let me touch you?/how am I supposed to know that you're high if you won't even dance?" - und enden in diesem Riffsolo in dem scheinbar alles entladen wird.
Musikalisch und lyrisch ein Volltreffer. Thin Lizzy meets relaxte Jazzthemen und dazu noch ein Finn in lyrischer Bestform. Eines der Indiehighlights 2006.
- Dennis Vihar
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