Fugazi
f. 1987 in Washington DC, Vereinigte Staaten von Amerika
Emo, Post-Hardcore, Indie Rock, American Underground, Hardcore Punk

13 Songs / April 1990 / Dischord  

(1) Waiting Room
(2) Bulldog Front
(3) Bad Mouth
(4) Burning
(5) Give Me the Cure
(6) Suggestion
(7) Glue Man
(8) Margin Walker
(9) And the Same
(10) Burning Too
(11) Provisional
(12) Lockdown
(13) Promises

Lassen wir doch einmal alle Adjektive außer Acht die man sonst für ein grandioses Album oder für ein geiles erstes Wochenende im Disneyland benutzen würde. Stattdessen kann die Wichtigkeit dieses Albums eher anhand der Anzahl der Leute ausgemacht werden, die sich an die Zeit erinnern, als sie die Scheibe das erste Mal gehört haben. 13 Songs ist eigentlich mit das erste Album das einem ins Gedächtnis kommt, wenn man Alternative-Rock definieren will. Furios, intelligent, künstlerisch und durch und durch musikalisch – es sind ein Dutzend knallharte Kugeln die einem in die Eingeweide knallen. Das ist nicht nur ein Haufen von emotionalen Höhenflügen und aufsässigen Rocksongs, die ein paar wütende Rotznasen eingespielt haben. Nein, es ist viel mehr als das. Etwas größeres. Fast jeder Song hierauf erreicht ein gewisses Hymnen-Level, nicht ohne auch hierbei wieder über den Prunk und die Prahlerei schlagartig herzufallen.

Die meisten der Songs sind eine Sorte von Hymnen, die einen versammelten Schrei von Anklage oder Einigkeit reflektieren. „Waiting Room“ und „Suggestion“ sind nur zwei Beispiele. Zunächst wird die volle Aufmerksamkeit mit einer grandiosen Bassline und shredderartigen Gitarren erreicht, um sie bei der 22-Sekundenmarke wieder in Stille zu brechen („Waiting Room“) – diese Machart brennt sich ins Gedächtnis. Der erbarmungslose Ska-/Rreggae-Drive des Songs ist ebenso effektiv wie Ian MacKayes emotionsgeladener Aufruf an alle, aufzustehen und das zu tun, was einem beliebt. Während des Meters-treffen-Ruts-Messerkampfs von „Suggestion“, wechselt MacKaye völlig überzeugend die Geschlechterrolle und spricht sich gegen die Objektivierung der Frau aus. Guy Picciotto nimmt die Rolle eines Süchtigen in „Glue Man“ ein, dessen verzerrte und verschwommene Wahrnehmung der  Realität sich perfekt in den verbogen-psychedelischen Gitarren widerspiegelt. Picciotto singt sich mit „Margin Walker“ selbst in einen Rausch; durch die kraftvolle Spielweise der gesamten Bandmitglieder könnte man glatt sagen, das dies auch für jene uneingeschränkt gilt. Alle stecken sich bildlich in Brand und können nicht wirklich gelöscht werden. Mit dem letzten Song „Promises“ deuten Fugazi schon ein wenig auf ihre Hingabe zu  introspektiven Midtempo-Songs hin; die Fallen des Vertrauens in jede Art von Beziehung werden gnadenlos examiniert.

Ein Wendepunkt in der Musikgeschichte 
- Dennis Vihar

Fugazi online: www.worldoffugazi.org

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