dEUS
f. 1992, Antwerpen, Belgien
Alternative Pop-Rock, Indie-Rock

In a Bar Under the Sea / 16. Sept. 1996 / Island (731452429629)  

I Don't Mind What Ever Happens | Fell off the Floor, Man | Opening Night | Theme from Turnpike | Little Arithmetics | Gimme the Heat | Serpentine | A Shocking Lack Thereol | Supermarketsong | Memory of a Festival | Guilty Pleasures | Nine Threads | Disappointed in the Sun | For the Roses | Wake Me Up Before I Sleep

Wer hätte das 1996 gedacht? Im Zeitalter von Techno, Dance & Beats gibt es noch Musik die uns noch etwas vermitteln kann. dEUS sind das beste Beispiel dafür. Sie verstehen es den Hörer in ihren Bann zu ziehen und ihn an ihrer Musik teilnehmen zu lassen. Diese Musik erinnert an die Beatles in ihrer besten und kreativsten Zeit.
    Das Album beginnt mit einem eher untypisch aufgenommenen Song, der eher an eine Demo erinnert. Deshalb sollte der Anfangssong "I Don't Mind What Ever Happens" als ein perfekt stilisiertes Intro gesehen werden, das den Zuhörer genial zum zweiten Song "Fall Off the Floor, Man" hinführt. Erstes und zweites Lied demonstrieren schon in ihren perfekt ausgereizten Harmonie- und Spannungsbögen, welches Potential in dieser Band steckt. Das Album erzählt durch und durch perfekte Geschichten, die den Zuhörer miteinbeziehen. Aussetzer gibt es nicht.
    Das Album wird seinem Titel gerecht. Man schwimmt förmlich unter dem Meer, umgeben von himmlischen und lebensfrohen Klangteppichen. Man fühlt man fast an die 60er erinnert. Als absolute Höhepunkte des Albums seien "Gimme the Heat" und "For the Roses" anzusehen. Bei beiden Liedern kommt uns eine, sich erst langsam und gradlinig bewegende, Welle zu, die sich ehr und mehr zu entfalten scheint. Die Entfaltung setzt Gefühlsregungen und innere Freude frei, die unglaublich zu seien scheinen. Dieses sind Klangkaskaden erster Klasse.
    Man muss sich ernsthaft fragen: Sind dEUS die verkannten Genies der 90er? Und wer meint, dass vor lauter Schwärmerei die Objektivität verloren gegangen sei, der sollte sich die CD anhören. Denn erst dann weiß er, wovon gesprochen wird.

 

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Stand: 03. Januar 2004