- Während andere Bands immer wieder versuchen, sich und ihre Musik mit jedem neuen Album neu zu definieren, denken Cake gar nicht daran. Ganz im Gegenteil, sie haben Spaß an ihrem grinsenden Funk-Pop. Strahlender Jazz, Experimental-Rock ohne jegliche Kompromisse, Rockabilly, und ein bißchen weniger Country als sonst. Und schon ist Comfort Eagle fertig. Und nichts hat sich geändert? Ja sind denn Cake immer noch die Strahlemänner, deren Musik über alle Schwächen der Band hinwegtäuschen soll?
- Nein, nichts hat sich geändert, und dann irgendwie doch. Mit dem Wechsel zu dem Major Columbia und dem Album Comfort Eagle machen sie zwar mit ihrer Tradition des Offbeat-Humors und anziehender Melodien weiter, aber sie wirken dann doch etwas rockiger und ernster als sonst. Und wenn sie versuchen, ihr eigentliches Terrain zu verlassen und dafür etwas dreckiger zu werden, dann gelingt es auch. Man muss ihnen zugestehen, dass sie auch 'anders' können - "Shadow Stabbing" ist das beste Beispiel dafür. Das bis heute rockigste Stück von Cake, und Sänger McCrea geht mal einen Schritt voran und vergisst seine ironische Stimme mit ihren gefälligen, halb-gesprochenen Vocals, und beweist, dass er auch sowas wie singen kann. Aber es ist dennoch Cake - die klare, starke Basslinie, die schwerfällige Lead-Gitarre, die hier und da gekonnt platzierte Trompete und die hölzern wirkende Percussion. Immer noch Cake, mehr Rock diesmal, aber sie bleiben es. "Opera Singer" und "Short Skirt/long Jacket" klingen wieder wie alte Cake-Hits, reihen sich nahtlos an sie an, sodass man meinen könnte, dass all ihre Hits von einem Album sind. Und irgendwie erinnern Cake diesmal stark and die Cars, einige Tracks hätten auch von ihnen sein können.
- Dennoch, bis zum fünften Stück gefällt das Album. Es ist ,wie gesagt, immer noch Cake - was nicht schlecht ist! - aber rockiger und eingängiger. Doch mit "Arco Arena" fangen die Schwächen an, wobei es auch nicht besser wird bis zum Ende hin. Zwar wirken sie relaxt und so weiter, aber sie enttäuschen auch. Erinnert irgendwie an bessere Dudel-Musik für alte Folk-Pop-Veteranen auf WDR 4. Sie haben ihr Pulver zu früh verschossen. Aber auch wenn die guten Stücke nicht die ersten des Longplayers wären, würde es nichts an der Tatsache ändern, dass der Rest enttäuscht. Sicherlich haben Cake ihren Sound perfektioniert aber sie sind auch nicht weit davon entfernt gewesen, mit Comfort Eagle eine Art Neuauflage von Prolonging the Magic zu veröffentlichen. Manche neue Fans der Band mögen dieses Album ja als guten Start in ihre Cake-Zeit empfinden, aber alte Cake-Fans mögen wohl glauben das gleiche Album zweimal gekauft zu haben. Wie auch immer, beide Alben sind wohl stark genug, dass keiner es merkt.
- - Dennis Vihar
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Cake online: www.cakemusic.com