Bush
f. 1992, London, England
Alternative Pop-Rock, Post-Grunge                                

Razorblade Suitcase / 19. November 1996 / Trauma/Interscope (60694009120)  

(1) Personal Holloway
(2) Swallowed
(3) Insect Kin
(4) Cold Contagious
(5) A Tendency to Start Fires
(6) Mouth
(7) Straight No Chaiser
(8) History
(9) Synapse
(10) Communicator
(11) Bonedriven
(12) Distant Voices

Bush wurden in der Musikszene oft dafür kritisiert, dass sie sich auf ihrem Debütalbum Sixteen Stone zu sehr Nirvana ähnelten. Also wollten sie diese Vergleiche aus dem Weg räumen . . . Sie heuerten Steve Albini (Nirvana, Pixies, PJ Harvey) an und machten sich daran, ihre eigene Version von Nirvanas düsterem In Utero aufzunehmen. Losgelöst von den Nirvana-Pfaden, die sie ja angeblich beschritten hatten. Natürlich, Razorblade Suitcase, Bushs zweites Album, ähnelt Albinis besten zwei Produktionen sehr; Nirvanas In Utero und Pixies Surfer Rosa. Sie heuerten auch Vaughn Oliver, Designer des Albums Surfer Rosa von den Pixies, an um die Gestaltung des Albums zu übernehmen. Sich so sehr auf seine Idole zu verlassen, zeigt Bush Schwäche. Zugegeben, Albini half dem Sound der Band, härter und kompromissloser zu klingen, indem er Stop-and-Go-Dynamiken hinzufügte, überflüssige musikalische Effekte entfernte und sich auf einen harten, lebendigen Rhythmus konzentrierte. Aber diese eine Schwäche: färbt sie gleichzeitig auf die rein musikalischen Qualitäten der Band ab? Heißt das, dass Albini und Oliver Bush so sehr beeinflussten, dass sie kaum selbst Handlungsspielraum hatten und ihre Musik von den Beiden Gurus gelenkt war?
    Die Tatsache, dass sich die Band so auf ihre Vorbilder stützt, büßt ihre musikalische Klasse in keiner Weise ein. Im Gegenteil: Bush wirken stärker als auf Sixteen Stone. Sie präsentieren eine so unerreichbare musikalische Dichte, dass sich der Zuhörer in ihrer Musik gefangen fühlt. "Greedy Fly" ist da nur der Anfang. Es geht weiter mit dem Bestseller "Swallowed" (US-Charts #1), über das gefühlvolle "Straight No Chaiser". Bush erlauben sich kaum einen nennenswerten Aussetzer. Die 100%-ige Abkapslung von Nirvana ist dennoch nicht gelungen. Eben wegen Steve Albini und Vaughn Oliver. Aber gerade damit wollen sie die Zuhörerschaft provozieren und einen Schlussstrich unter die Behauptung ziehen, dass Bush eine Kopie Nirvanas seien. Und nach dem Hören dieses Album kann man nur sagen: Das ist gelungen, Rossdale & Co.! 

Bush online: www.bush-music.com 

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Änderungsdatum: Donnerstag, 12. Januar 2006