Athlete
f. 2000 in Deptford, South London
Indie Rock

Tourist / 29. März 2005 / EMI  

(1) Chances
(2) Half Light
(3) Tourist
(4) Trading Air
(5) Wires
(6) If I Found Out
(7) Yesterday Threw Everything at Me
(8) Street Map
(9) Modern Mafia
(10) Twenty Four Hours
(11) I Love

Zugegeben, es ist schon gewagt ein Album mit einer matten, streicher-geladenen Ballade beginnen zu lassen. Aber es ist noch eine Stück gewagter, wenn deine Band nicht Coldplay heißt. Athlete machen aber eben dies mit „Chances“ auf ihrem zweiten Album Tourist. Es ist eines dieser Lieder, von dem England eigentlich schon genug hat, im Jahre 2005. Ob wir nun die Buffseeds nennen oder über ein bekanntes Album namens A Rush of Blood to the Head sprechen. Aber Athlete bieten uns ein weiteres Stück Balladengeschichte. Wenn auch nichts wirklich bleibendes. „Wires“ treibt die Melancholie noch weiter. Joel Pott singt leise-schleichend zu diesem kranken, babyartigen Werk, und es geht immer weiter. Aber die anströmende, gewaltige Orchestrierung des Songs ist so in Szene gesetzt, dass das Stück wie eine Montage von Slow-Motion-Elementen wirkt, die ineinander fließend übergehen, und dass man das Lied erst nach wiederholtem Hinhören mag. „Half Light“ ist mit einigen Laptop-Piepsern des Vorgängers Vehicles & Animals bestückt, aber es bringt Hoffnung, ein Sing-Along-Chorus aus der Britpop-Ära um 1995. „If I Found Out“ klingt noch vielversprechender und macht eine Vorliebe für das Epische und Weise deutlich, wobei das noch durch die Hilfe eines Gospelchors unterstrichen wird. „Yesterday Threw Everything at Me“ hat einen guten, nicht zu beanstandenen Chorus, und „Modern Mafia“ funktioniert durchaus mit seiner Mitternachtsdramatik und den surrenden Elektronikelementen. Aber unglücklicherweise klingt Tourist immer noch wie eine Mischung aus zu vielen, bereits bekannten Dingen. Sei es nun entweder das Herzgreifende von Coldplay oder der unüberhörbare Einfluss der Super Furry Animals, der zu sehr herauskommt. Das Design des Albums ist zweifelsohne ein positiver Tribut an die Vergangenheit des Britpops (Blurs Maxi-CDs kommen einem sofort in den Kopf). Aber musikalisch nur Mittelmaß. Im hoffnungsvollen oberen Drittel.
- Dennis Vihar

 

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Aktualisierungsdatum: Sonntag, 11. Dezember 2005