Alice in Chains
f. 1987, Seattle, WA, USA
Alternative Metal, Hard Rock, Alternative Pop/Rock, Heavy Metal, Grunge

Facelift / August 1990 / Columbia  

(1) We Die Young
(2) Man in the Box
(3) Sea of Sorrow
(4) Bleed the Freak
(5) I Can't Remember
(6) Love, Hate, Love
(7) It Ain't Like That
(8) Sunshine
(9) Put You Down
(10) Confusion
(11) I Know Somethin (Bout You)
(12) Real Thing

Im sommerlichen August 1990, knapp ein Jahr vor Nirvanas Nevermind, mit der Veröffentlichung von Alice in Chains Debüt Facelift, geriet die gedeihene Underground-Szene Seattles fast gar nicht in den Blickplunkt der Musiköffentlichkeit - mal abgesehen davon, dass Soundgardens Major-Debüt Louder Than Love, das im gleichen Jahr veröffentlicht wurde, eine Grammy-Nominierung einheimste.
Das änderte sich schlagartig, als MTV wie aus dem Nichts Alice in Chains Video "Man in the Box" abspielte. Damit verschaffte der Sender der Band den entscheidenden Karriereschub, welcher die Spitze gegen Ende des Jahres 1991 erreichen sollte. Obwohl ihre größten Einflüsse - Black Sabbath und die Stooges - feste Größen im Seattler Underground waren, waren Alice in Chains die definitiv härtesten Metaller der Grunge-Bands. Das machte die Anziehungskraft der Band aus. Und begründete auch den Erfolg außerhalb der Seattle-Szene. Der immer gleich dunkle, Unheil verkündende, leidvolle und brütende Sound der Combo wurde von vielen weiteren Bands aufgegriffen und weiterentwickelt. Immer mehr Anhänger mochten diesen unverwechselbar hart-melodischen Sound. Weder hedonistisch noch technisch wirklich gereift, waren Alice in Chains Tracks meistens schleppend träge, bedrückend missgelaunt aber mit einer unwiderstehlich delikaten Prise an Melodie gewürzt. Dies zog sich mit der dreckigen Instrumentenattacke so durch, dass diese Art des Hardrocks schwer zugänglich erscheint. Und obwohl einige Passagen in einen schwülstigen Bombast abdriften (besonders die zweite Hälfte) und die Texte mitunter mehr als unreif sind, ist der Gesamteindruck ein frischer, aufregender und powervoller. Alice in Chains würden weitaus bessere Alben in den nächsten Jahren herausbringen. Aber Facelift war ein Grundstein dafür, den Grunge gesellschaftsfähig zu machen und ihn auch zu etablieren. Ein mehr als wichtiges Album für jeden Anhänger des Alternative Rock, Heavy Metal und Grunge. Und mit seinem Platin-Erfolg waren Alice in Chains die erste kommerziell erfolgreiche Band des Seattle-Undergrounds.
- Dennis Vihar

 

Alice in Chains online: www.aliceinchains.com

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