Pixies
formiert 1986, Boston, USA; gesplittet 1993

 

Durch das Kombinieren von harten, röhrenden Gitarren und Stop-Start-Dynamiken mit melodischen Pop-Hooks und durch das clevere Hinzufügen von kontrastierenden Mann-Frau-Harmnonien und durch die ungewöhnlich kryptischen Lyriken waren die Pixies die einflussreichste amerikanische Alternative-Band der späten 80er. Die Pixies waren nicht gerade super-talentierte Instrumentalisten: Black Francis schrie seine Texte ins Mikrophon während Joey Santiago seine Gitarre nahezu als "einen Rasenmäher zweckentfremdete" und dadurch explodierende Klangspiralen erzeugte. Aber die Band besaß Einfallsreichtum und konnte sich durch ihren Innovationsreichtum in die Herzen ihrer Fans spielen. Erstmals hatten die sonst in den 80er Jahre musikalisch benachteiligten Rock-Fans wieder einen Grund zur Freude: Die Pixies hatten das gerettet, was verloren schien - psychotischer Rock, Punkelemente im Stile der Sex Pistols, Stadion-Rock mit gewaltigen Riffs und die vielseitigen Texte von Black Francis, die von Religion, Sex oder auch das Weltall handeln.  
    Die Pixies legten einfach nur den Grundstein des Alternative-Rocks der folgenden 90er: Nirvana ist da das beste Beispiel. Doch MTV weigerte sich Videos der Pixies zu spielen, da deren Songs nicht in den Musikstil der 80er passten. Dance- und Discomusik waren angesagt. 
    Die Pixies wurden 1986 von Charles Thompson und Joey Santiago in Boston, USA gegründet. Thompson hatte schon bevor er als Highschool-Absolvent an die Ostküste zog, in seiner Teenagerzeit, angefangen Musik zu spielen. Nach Studienreisen nach Puerto Rico (wo er auch Spanisch lernte) entschied er sich in die USA zurückzukehren um eine Band zu gründen. Er gab daraufhin seine Schullaufbahn auf und ging nach Boston um Joey Santiago zu überreden, ihm zu folgen. Auf ein Inserat in der Zeitung, dass die beiden einen Bassisten suchen, meldete sich Kim Deal (auch bekannt unter dem Namen: Mrs. John Murphey auf den ersten beiden Platten der Pixies) die schon vorher mit ihrer Zwillingsschwester Kelly in der Folk-Rock Band Breeders gespielt hat. Daraufhin wurde auch schon ein Schlagzeuger gefunden: Dave Lovering. Thompson nannte sich nun fortan Black Francis. 
    Nach einem Konzert war es dann soweit: Die Band nahm, nach der "Entdeckung" von Gary Smith, 18 Songs in den Boston's Fort Apache Studios auf. Die 18 Songs starke Demo The Purple Tape fiel dann nach einigen Verteilungen seitens der Bands dem Chef von dem englischen Label 4AD, Ivo Watts, in die Hände. Watts 'heuerte' die Band an. Die Pixies nahmen daraufhin jenes Demo-Tape wieder unter dem neuen Namen Come on Pilgrim auf (1987). 
    Nur ein Jahr später nahm die Band ihren ersten Longplayer unter der Regie von Steve Albini auf - Surfer Rosa. Albini gab der Band einen härteren und ausgeprägteren Sound als auf Come on Pilgrim. Das Album erntete viele gute und ausgezeichnete Kritiken sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Vereinigten Königreich. Ende des Jahres unterzeichnete die Band einen Vertrag bei Elektra Records. Wieder knapp ein Jahr später wurde das nächste Album unter der Regie von Gil Norton aufgenommen - Doolittle (1989). Auch dieses Album erntete wieder gute Vorgänger wie sein Vorgänger. "Monkey Gone to Heaven" und "Here Comes Your Man" wurden Top 10-Hits in den USA. In den USA stieg Doolittle auf Platz 98 ein, in Großbritannien auf Platz 8. Während ihrer Karriere waren die Pixies in Großbritannien und ganz Europa erfolgreicher als in den USA, was auch durch die erfolgreiche "Sex and Death"-Tour bewiesen wird. Die Band wurde erfolgreich durch Francis notorischen Auftritten und durch Deals blütenden Charme und Witz. 

  

 

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Stand: 26. Dezember 2003