Budhha

Siddharta Gautama, der Buddha (der Erleuchtete), war etwa 563 vor Christus geboren worden und stammte aus einer Fürstenfamilie Nordindiens. Er heiratete und lebte in Luxus, kam aber als 29jähriger zu der Erkenntnis, dass das Schicksal dem Menschen bestimmt, alt und krank zu werden und zu sterben. Von Traurigkeit überwältigt, begann er nach Möglichkeiten zu suchen, den Schmerz des Lebens zu überwinden. Er verließ seine Frau und seinen kleinen Sohn und wanderte nach Süden in das Königreich Magadha, wo er Lehrer zu finden hoffte, die ihm seine Fragen nach dem Sinn des Leidens beantworten konnten. Mit ihnen gelangte er in einen Zustand mystischer Kontemplation, wie es die Tradition der indischen Religion seiner Zeit war. Aber er war damit nicht zufrieden, lediglich die Existenz zu bedenken. Andere Lehrer versprachen tiefes Verständnis, wenn er Askese auf sich nahm. Monatelang aß und trank er wenig und setzte seinen Körper den Elementen aus. Auf diese Weise gewann er Verständnis dafür, was Leiden heißt, aber er konnte immer noch nicht die Gründe für das Leiden verstehen. Daraufhin entsagte er der Askese, aß wieder und gesundete, wollte seine Suche jedoch nicht aufgeben. Eines Tages im Jahre 528 v. Chr. saß er im Lotussitz unter einen großen Feigenbaum bei Bodh Gaya, entschlossen, sich nicht zu bewegen, bis er die Erleuchtung gewonne hatte, die er suchte. Er dachte stundenlang nach und drehte die Gedanken in seinem Kopf hin und her. Mara, der Böse, erschien und wollte in verführen, die Sache aufzugeben. (...) Gautama ignorierte ihn; er war gegen jede Versuchung gefeit. Mara war besiegt und verließ ihn. Gautama verbrachte den Rest der Nacht in Meditation. Am nächsten Morgen, als 35jähriger, hatte er die Erleuchtung erfahren und wurde ein hoher Buddha. Was hatte er gelernt? >>Ich habe die Wahrheit erkannt<<, dachte er, >>die tief ist, schwierig zu sehen, schwierig zu verstehen... Menschen die von Leidenschaft übermannt werden und von Dunkelheit umgeben sind, können diese Wahrheit, die gegen den Strom geht und die erhaben, tief, hintergründig und schwer zu verstehen sind,  nicht sehen.<< Die Wahrheit die Buddha fand lässt sich nicht in wenigen Sätzen beschreiben. Vielleicht braucht man ein ganzes Leben, um sie zu verstehen. Buddha beschrieb sie in einem Gleichnis. ein Mensch sollte den mittleren Weg zwischen Überfluß und Askese suchen. Dieser edle achtfache Weg rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Gedenken und rechtes Sichversenken. Die große Wahrheit des Buddha, wie er sie erklärte, besteht aus 'vier edlen Wahrheiten'. Die erste, dass die menschliche Existenz voller Konflikte, Sorgen und Leiden ist, begriff er schon, bevor er sich auf seine Pilgerfahrt machte. Die zweite edle Wahrheit besagt, all diese Schwierigkeiten und Schmerzen würden durch den Egoismus des Menschen bewirkt. Die dritte verheißt, dass das Leiden vernichtet werden und der Mensch Freiheit -Nirwana- finden kann. Die 4. edle Wahrheit, der edle achtfache Pfad, ist der Weg zu dieser Befreiung. Im gewissen Sinne ist der Buddhismus keine Religion, denn er verehrt keinen Gott. Aber diese vorwiegend ethische Lehre verbreitet weit und breit, teils wegen der heutigen Spekulation, die sie überall hervorrief, teils wegen ihrer revolutionären Beiklänge. Buddha hatte behauptet, alle Menschen seien in ihrem gemeinsamen Schicksal gleich. Deshalb sprach er sich gegen das Kastenwesen aus. Seine Nachfolger verbreiteten den Grundsatz sozialer Gleichwertigkeit in ganz Südasiens, was in vielen alten Staaten sowohl zu politischen Schwierigkeiten als auch zu aufgeklärtem politischen Fortschritt führte.

 

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Stand: 06. Januar 2005